Memorial Marco Pantani und GP Industria & Commercio di Prato

20.09.2015

Patrick Konrad
Der gestrige Herbstklassiker zu Ehren des „Piraten“ Marco Pantani, also die 12. Auflage von „Memorial Marco Pantani“, hatte es wahrlich in sich.

Eine Starliste mit 200 Fahrer und eine Ergebnisliste mit nicht einmal 50 in die Wertung gekommene Finisher sagt eigentlich alles über das Rennen aus. Eindeutiger Scharfrichter auf den 199 Kilometern war der Anstieg nach Montevecchio, den es insgesamt dreimal zu bewältigen galt.

Das Tempo am Anstieg blieb immer extrem hoch, die vier Ausreißer wurden bereits bei der zweiten Überquerung des Berges gestellt. Hinzu kamen noch die vielen Attacken so dass nur mehr wenige folgen konnten. Mein Teamkollege Cesare Benedetti und ich konnten uns noch gut im vorderen Teil halten, die Mehrheit des Feldes war da praktisch schon geschlagen. 60 Kilometer vor dem Ziel, der Montevecchio musste noch ein letztes Mal bezwungen werden, löste sich ein italienisches Trio. In der Verfolgergruppe versuchten wir noch alles um auf dem etwas flacheren Terrain zum Ziel nach Cesenatico, der Geburtsstadt von Pantani, die drei einzuholen.

Lediglich 31 Sekunden fehlten uns am Ende und für den Sprint um die verbleibenden Spitzenplätze war ich eigentlich ganz gut positioniert. Am Ende ging es sich leider nicht ganz für die Top Ten aus. Aber aufgrund der Schwere des Rennens und das bereits erwähnte Ausscheidungsrennen von nur mehr knapp 50 Fahrer darf ich mit Platz 17 als bester Bora-Argon18 Fahrer nicht unzufrieden sein.

Für das heutige Rennen „GP Industrie & Comercio di Prato“ ging es noch gestern abends mit dem Teambus nach Prato in die Toskana, ein Transfer von mehr als 200 Kilometer…eine effektive Regeneration sieht anders aus.

Das vierte und letzte Rennen der italienischen Herbstklassiker war heute also der Abschluss einer anspruchsvollen Rennwoche. Im Unterschied zu gestern haben wir heute die richtige Gruppe versäumt, auf den Schlussrunden habe ich zwar nochmals alles unternommen und versucht aber leider war nichts mehr zu holen. Ich beendete das Rennen im dezimierten Hauptfeld, den Sieg holt sich Daniele Bennati. Der 34-jährige holt für Italien somit den nächsten Erfolg und sorgt bei den Herbstklassikern für einen italienischen Vierfachsieg.

Mein Fazit der absolvierten 775,5 Kilometer fällt positiv aus, besonders der gestrige Tag hat gezeigt dass ich auch am Ende einer schon langen Saison noch sehr gut dabei bin. Deshalb freue ich mich auch jetzt schon auf die kommenden Einsätze in den nächsten Wochen...
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