Königsetappe über den Col de la Madeleine

11.06.2016

Patrick Konrad
In der ersten Ausreißergruppe dabei

Die Königsetappe des Critérium du Dauphiné ist hinter mir und zum Glück auch schon die Massage. 141 Kilometer, 4500 Höhenmeter, 4600 Kalorien. Während der Etappe habe ich neun Energy-Gels genommen, sonst sind es meistens nur 3-4. Auch vier Coca-Cola als Zuckerschub. In den Bergen habe ich mich gut gefühlt. Ich werde natürlich müder im Lauf der Rundfahrt, aber ich stelle mich gut auf die Belastung ein. Wichtig ist hier für mich, durch harte Rennen meine Form zu schärfe und soweit als möglich meinen Teamkollegen von Bora-Argon 18 zu helfen.

Zu Beginn habe ich es mit meinem Kollegen Cesare Benedetti in die erste Spitzengruppe geschafft. Wir hatten bis zu 2:50 Minuten Vorsprung. Im Feld hinter uns wurde ordentlich Druck gemacht. Auch aus der 25-köpfigen Spitzengruppe heraus wollten einige das Rennen gewinnen – auch der Franzose Thibaut Pinot, der am Ende tatsächlich vorne war. Am Col de la Madeleine ist es richtig zur Sache gegangen. Mit 19,2 Kilometer und 7,9 Prozent war es der einzige Anstieg der Dauphiné der hors catégorie. Bis zur Mitte des Anstiegs lag ich in der Spitzengruppe. Nachdem ich den Anschluss verloren habe, kam von hinten eine Gruppe mit allen Favoriten – u.a. Chris Froome und Alberto Contador, auch mein Teamkollege Emanuel Buchmann war dabei. Er ist unser Fahrer für die Gesamtwertung und liegt an guter 18. Stelle. In dieser Gruppe schaffte ich es fast bis auf den höchsten Punkt. Ein Kilometer vorher musste ich abreißen lassen. Die nächste Bergwertung und den Schlussanstieg nach Méribel bin ich in meinem Rhythmus gefahren. Körner sparen lautete die Devise.

Alle Favoriten haben heute etwas probiert und so viel als möglich rausgeholt. Die Rundfahrt ist absolut top besetzt. Fast alle der besten Bergfahrer sind am Start. Es ist ein Vorgeschmack auf die Tour de France. Viele Fahrer sagen, dass beim Critérium du Dauphiné schneller gefahren wird als bei der Tour, weil alle Entscheidungen in kurzer Zeit fallen.

Morgen geht’s in die letzte Etappe. 151 Kilometer, sechs Anstiege inklusive Bergankunft in Superdévoluy. Ich werde es wieder probieren!

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