Mein Jahr hat schon längst begonnen!

31.12.2016

Patrick Konrad
Ein Rückblick auf 2016 – und mit vielen Herausforderungen geht’s in die neue Saison

Mein Jahr hat schon längst begonnen!

Ein Rückblick auf 2016 – und mit vielen Herausforderungen geht’s in die neue Saison

Viel ist passiert seit der Tour de France, meiner erste Teilnahme an einer „Grand Tour“. Nicht alles ist nach Wunsch gelaufen, aber rückblickend kann ich mit meiner Rennsaison sehr zufrieden sein. Das neue Jahr hat für mich in Wahrheit schon begonnen, denn bereits seit Mitte Oktober bereite ich mich auf die Saison 2017 vor. Erstmals starten wir im Team BORA-hansgrohe mit einer World Tour Lizenz. Das bringt viele Neuerungen und Herausforderungen. Weltmeister Peter Sagan zählt jetzt zu meinen Teamkollegen, ebenso Rafal Majka, der Gewinner des Bergtrikots bei der Tour de France und Olympia-Dritter in Rio war, und Leopold König, Gesamt-Siebter bei der Tour und Sechster beim Giro. Die Stimmung in der Mannschaft ist super, so als wären die neuen Fahrer immer schon im Team gewesen. Ich bin sicher, dass nächstes Jahr viele Augen auf unser Team gerichtet sein werden. Jeder von uns ist gefordert.

Unmittelbar nach der Tour de France konnte ich noch einige gute Rennen fahren. Bei der Tour de l`Ain Mitte August in Frankreich war ein Top-Ergebnis zum Greifen nahe, aber ein Kettenriss auf der letzten Abfahrt der Schlussetappe hat mir ein Spitzenresultat im Klassement gekostet. Meine Saison habe ich dann Mitte September früher als geplant beendet. Zwei Rennen in Kanada musste ich aufgeben. Eine Gürtelrose machte weitere Starts unmöglich – leider auch die geplante Teilnahme an der Europameisterschaft.

Mitte Oktober haben wir beim ersten Team-Meeting die Vorbereitungen für die neue Saison begonnen und mit dem neuen Radausrüster Specialized am Material und der Feinabstimmung gearbeitet. Im November gab es ein erstes Trainingslager auf Mallorca, im Dezember war die ganze Mannschaft bis kurz vor Weihnachten für zwei Wochen in Valencia.

Der Status von BORA-hansgrohe als World Tour Team bringt einige Veränderungen. Das ganze Team – Fahrer, Trainer, Mechaniker, Physios, Ärzte, Management, Sportliche Leiter ... – ist auf 75 Personen angewachsen. Durch den Erfahrungsaustausch beispielsweise der Trainer können wir sehr profitieren. Wir sind 27 Fahrer, nur um sechs mehr als bisher. Die Startverpflichtung bei allen World Tour Rennen bringt einen umfangreicheren und dichteren Rennkalender. Wir als Team sind bei allen großen Rennen am Start. Eine „Grand Tour“ steht bei mir 2017 fix am Programm. Das heißt bei Giro, Tour oder Vuelta werde ich nächstes Jahr starten.

Acht Fahrer von uns fliegen bereits im Jänner nach Australien zur Tour „Down Under“. Ich werde im Jänner wie schon heuer mit dem übrigen Team auf Mallorca trainieren und bei der Mallorca Challenge die ersten Rennen fahren. Im März steht ein Höhentrainingslager am Programm. Bis zu den Österreichischen Meisterschaften werde ich auf rund 45-50 Renntage kommen.

Das Highlight 2016 war für mich ganz klar mein erster Start bei der Tour de France. Ich habe viel dazu gelernt. Veränderungspotenzial habe ich sicher in Sachen Gesundheit. Im Frühjahr war ich durch Infekte das eine oder andere Mal außer Gefecht gesetzt. Zwar konnte ich trotzdem gute Resultate einfahren, aber es war suboptimal. Eine andere Reiseplanung zwischen den Rennen, der Umgang mit Stress und Anpassungen an das Training sollten es 2017 verbessern.

Das Rennjahr 2017 wird sehr aufregend und fordernd. Es ist ein Gewinn für mich, in diesem starken und professionell aufgestellten World Tour Team dabei sein zu können und mein Bestes zu geben.

Ich freue mich, wenn ihr meine Rennen weiter mit Interesse verfolgt und wünsche euch alles Gute für´s neue Jahr!
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